EU Bankrott

Die Industrienationen sind gnadenlos verschuldet, allen voran die USA. Im europäischen Vergleich scheint Deutschland gut dazustehen, aber der Schein trügt und es ist für viele Experten eindeutig, dass das aktuelle Finanzsystem zusammenbrechen wird. Die knifflige Frage lautet: welchen Einfluss wird das auf unser Leben haben?

Bereits vor 20 jahren war abzusehen in welche Schuldenfalle Deutschland frohen Mutes wandert. Es gab genügend Mahner, jedoch wurden diese von der Regierung ausgelacht und als Spielverderber dargestellt. Die Wiedervereinigung kam zur rechten Zeit fortan konnte der Staat völlig unbeirtt die Schulden erhöhen “alles zum Wohle des vereinten Deutschland”.

Mit dem Euro wurde das Geld noch weiter verwässert, denn nun befanden wir uns in der gleichen Liga mit Italien, Griechenland, Irland usw. Da war konservative Finanzpolitik nicht mehr angebracht, denn innerhalb der EU war Deutschland noch ein Vorzeigekandidat, obwohl jeder seriöse Insolvenzberater die Reißleine gezogen hätte, um die umtriebene Schuldenpolitik zu stoppen.

Seit der Finanzkrise müsste uns allen klar sein, dass es nur zwei mögliche Szenarien gibt: entweder die EU erklärt ihren finanziellen Bankrott, oder es findet eine massive Geld- und Schuldenentwertung in Form von hoher Inflation statt.

Nun wird interessant, wie wir damit umgehen?! Welche Möglichkeiten haben wir? Wie können wir uns schützen. Gibt es Auswege? Was denkt Ihr? Habt Ihr schon vorgesorgt?

Die Krise der Anderen

Wer sind die Gewinner und wer sind die Verlierer der aktuellen Finanzkrise? Warum bemühen Politiker ein völlig sinnfreies „WIR“ wenn es darum geht, wirtschaftspolitische Furunkel auszudrücken, während bei der Häppchenverteilung auf Banketten das„ICH“ zelebriert wird?

Wir sollen Solidarität zeigen und die Verbindlichkeiten der Finanzmanager unseren Nachbarn abtragen, wenn notwendig müsse der Gürtel enger geschnallt werden, heißt es. Jeder Einzelne von uns soll helfen, den EURO, die angeschlagene Kuh, vom Eis zu holen.
Die Story von der Krise Europas wurde uns, soviel Lob muss sein, gut verkauft. Für die Presse ist es ein Festmahl, anders als Stullen aus Schloss Bellevue und somit zieht der Slogan mittlerweile. Viele von uns sind auf den WIR-Zug aufgesprungen und die Werbebotschaft der Krise betrachten Einzelne als individuellen Defekt.

Der Autor dieses Schnipsels möchte sich ausdrücklich von diesem WIR distanzieren, denn mir, wie meinen Bekannten, geht es gut. Wir sind nicht die Verlierer der Bankenkrise, denn wir haben uns rechtzeitig darum bemüht, die Abhängigkeiten von Banken, Staat und Wirtschaft zu reduzieren und wir können unseren neuen Reichtum schamlos nennen, ohne den geringsten Komplex im Nacken.

Wir haben auch rechtzeitig die Reißleine gezogen, klare Grenzen gezogen und teilen das Personalpronomen in der ersten Mehrzahl ausschließlich mit Menschen, die uns in irgendeiner Weise nahe stehen, wobei sie durchaus anderer Meinung sein dürfen.

Das neue Wir ist Länderübergreifend, somit sind wir nicht das Volk, sondern im weitesten Sinn, die neue Welt. Wir haben unsere eigenen Medien und Informationskanäle geschaffen, um auch in diesem wichtigen Segment unabhängig zu sein. Wir bilden uns nun eine eigene Meinung und finden das einfach nur gut, aber zudem auch ganz legitim.
Wir sind nicht das Volk, von dem im Kanzleramt gesprochen wird. Denn uns gibt es im Grunde gar nicht, denn wir haben, und vor allem, wir brauchen keine Lobby. Jeder steht für sich selbst und ist für alles was er macht, selbst verantwortlich.

Die Freiheit und unser Reichtum basiert auf der Grundlage, dass wir das Ringen der Wirtschaft um „unser Wohl“ belächeln und nicht weiter ernst nehmen. Eine Politik, die ausschließlich auf Eigeninteressen abzielt, können wir nicht als Autorität bewundern und den Statisten möchten wir -wenn überhaupt- mit Mitgefühl begegnen.

Unsere Erwartungshaltung, nicht nur, gegenüber dem Staat entwickelt sich sehr positiv, denn wir haben unsere Nachbarn, unser Stadtviertel, wie auch unsere Communities im Internet zu schätzen gelernt. Bei Freunden oder im engsten Kreis zählt was Du tust, gibst und die Frage, ob du eine gewisse Fähigkeit zur Liebe hast. Alles andere ist nebensächlich und bedarf keiner weiteren Erörterung.

Selbstverständlich haben wir nichts dagegen wenn Andere den EURO retten möchten, denn Geschmäcker und Vorlieben sind naturgemäß verschieden, aber ich für mich möchte hiermit unmissverständlich klarstellen, dass ich nicht zu diesem WIR gehöre, was MIR gelegentlich von Zeitungsartikeln bis zur Kanzlerin unterstellt wird.
Ich möchte einem hungrigen Hund auf der Straße etwas zu fressen geben und es freut mich, wenn ich für die gebrechlichen Nachbarn etwas erledigen kann. Ich werde gerne einem Mitmenschen Trost schenken, wenn er dies wünscht und ihm meine Liebe anbieten. Aber ich will definitiv nicht die Fassade der hellenischen Banken retten.